Optispark Ausbau/Tausch vented LT1 1997

Begonnen von Blackrainbow, 10. Jan 10, 23:31

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Blackrainbow

Optispark Ausbau und Austausch  LT1 Trans Am 1997 – Vented Optispark



Was gibt es denn Schöneres, als an Weihnachten zu relaxen und die Wärme zu genießen? Richtig!

Seinen Optispark tauschen!!!

Der macht nämlich so langsam Mucken indem ein Zylinderchen mal nicht richtig zündet. Also bauen wir zunächst mal diesen tollen Hightech-Zündverteiler aus! Spezialwerkzeug brauchen wir hier eigentlich keins.

Als erstes bocken wir den Wagen auf.

Jetzt gilt es, die Batterie abzuklemmen!

 

Als nächsten Schritt wird das Kühlsystem abgelassen. Wir stellen hierzu einen guten 10 Liter Eimer unter den Kühler und öffnen die Ablassschraube (ROT). Das dauert jetzt erstmal – mit der Zeit muss die Schraube weiter rausgedreht werden, um den Nachfluss zu beschleunigen. Aber keine Angst – selbst wenn hier keine klebrige Kühlflüssigkeit mehr kommt – das System beherbergt noch reichlich von dem Zeug in den Schläuchen.

 

Als Nächstes wird der Luftansaugtrakt mit dem MAF entfernt. Hierzu einfach die beiden Schellen oben öffnen und unten den Kaltluftschlauch befreien und die ganze Sache nach oben rausziehen.



Der Serpentienenriemen kommt natürlich auch ab. Den kriegen wir ganz leicht, in dem wir an der Spannrolle die 13er Nuss mit Knarre klemmen und runterdrücken (GRÜN). Ist der Riemen einmal weg, kommt direkt der Pulley an der Kurbelwelle mit ab. Der wird mit 3 fetten Schrauben (BLAU) befestigt. Die kriegen wir nur ab, wenn wir entweder einen Drehmomentschlüssel oder sehr viel Kraft haben ^^ Und natürlich wenn wir das Teil mit einem Schraubenziehen verkanten, damit der sich nicht mit dreht. Meiner ist dadurch gut krumm geworden, was natürlich egal ist. Aber die Schrauben sind schon heftigst fest dran. Viel Spaß! Der Pulley muss wieder genauso drauf gesteckt werden, wie er abgenommen wurde, sonst gibt’s später mächtig Vibrationen. Das ist aber kein Ding, denn der Zacken an der Aufnahme  muss auf die Spitze im Befestigungsdreieck des Pulleys zeigen (VIOLETT).

 

Jetzt sehen wir schon die schöne aluminiumhelle Wasserpumpe! Und da gehen auch ganz schön viele Schläuche rein und raus, um genau zu sein 5 Stück! Die müssen alle ab! Und hierzu empfehle ich schonmal im Vorhinein reichlich Lappen und den Eimer unters Auto zu stellen. Aus den beiden unteren Schläuchen laufen locker nochmal 2-3 Liter Suppe raus und den Boden der Garage müsst ihr so oder so später putzen^^ Also so viel wie möglich auffangen von der kostbaren Brühe, um nicht unnötig neue kaufen zu müssen.



Die Wapu muss leider auch runter, um an den Optispark zu gelangen. Aber um die runter zu kriegen, muss die Sec-Air Bracket inklusive Pumpe ab! Die Pumpe selbst ist mit 3 Schrauben (10er) befestigt (GRÜN). Die gehen leicht raus und die Pumpe lässt sich auf Seite schieben.

Darunter findet man die Schraube der Bracket. Die Mutter und weiter unten die andere Schraube müssen ebenfalls ab. Insgesamt ist die Bracket also an 3 Punkten fest (ROT). Wenn das geschehen ist, kann man die Bracket abnehmen.

 

Jetzt ist es schon etwas lichter geworden und wir kommen mit dem Werkzeug ein wenig besser an die Schrauben der Wapu. Die hat insgesamt 6 Schrauben, davon 4 lange, eine kurze und einen Doppelbolzen (ROT), der zusätzlich die Sec-Air Bracket hält.
 

Diese 6 Schrauben müssen alle raus (GRÜN). Die 3 auf der Fahrerseite sind kein Problem, aber die 3 auf der Beifahrerseite sind heftig. Vor allem die Mittlere (ROT), die hinter dem Pulley von der Servo steckt.
 
Hier sollte man am besten mit einem 14er Steckschlüssel-Schraubenzieher-Kombo arbeiten. Mit Nüssen, Knarren, Maul und (gekröpften) Ringschlüsseln ist hier nämlich kein Hinkommen. 

Sind diese 6 Schrauben alle ab, kann die Wasserpumpe nach vorne herausgezogen werden.
 
Hierbei darauf achten, dass die Führung des Antriebs aus dem Steuergehäuse nicht verloren geht (GELB). Ein Tip vorweg:
Schraubt beide Ventilatoren des Radiators ab! Dadurch geht es viel einfacher, die Wapu nach vorne zu entnehmen und später auch wieder zu montieren!

Ist die Wapu ab, haben wir den vollen Zugriff zum Optispark.
   
Zunächst die 9 Zündkabel alle schön beschriften und abziehen. Auch die kleinen Schläuche unten und den Connector abmachen. Der Opti  sitzt nur mit 3 10er Schrauben (HELLBLAU)im Kurbelgehäuse. Die sind schnell gelöst, da nicht sehr feste, und der Opti kann nach vorne rausgezogen werden. Hier ein bisschen darauf achten, dass das Pulley-Dreieck nicht im Weg ist. Ggf. den Opti nach schräg oben rausziehen.


Natürlich schauen wir uns den alten Optispark genauer an. Erster Punkt: Der wurde unten schon mal notdürftig geflickt! Ich sehe zahlreiche Silikon und Klebreste. Der spröde Kunststoff hat schon einige Schlauch und Kabelaufnahmen abbrechen lassen. Hinzu kommt, das er sogar raschelt… Na was verbirgt sich denn da feines im Innenleben? Ist ja so spannend ^^ Unglaublich – da fehlt sogar eine Schraube beim Mitnehmer in der Mitte. Ausserdem sieht man deutliche Schleifspuren am Kunststoff unter den Kontakten. Das Rascheln war eine Kunststoffbrücke, die auch rausgebrochen ist. Und der Plastiknippel des Mittelkontaktes, welcher zur Fixierung selbigem diente, ist ebenfalls abgebrochen. Somit kamen die Fehlzündungen zustande – der Mitnehmerkontakt, welcher sich immer dreht, hatte leichtes Spiel nach oben und unten.



Fazit für mich: Katastrophale Technik, die hier an den Tag gelegt wird! So ein billiges (Leider ist es ziemlich teuer) Teil, hat so eine wichtige Funktion an einem solch unzugänglichem Ort. Das ist mal wieder amerikanische Automobilbaukunst! Oder einfach gesagt: The american way of building cars!
Immerhin ist das beim Nachfolger LS1 um Längen besser gelöst!

Jetzt ist Halbzeit angesagt, denn was gleich kommt ist so richtig schön behindert! Die alten Dichtungsreste von der Wapu müssen alle ab! Ich empfehle aggressive Verdünnung kombiniert mit Cutterklingen und einer Spachtel. Nachher schön 240er Schmirgelpapier und nochmals Verdünnung. Alles muss absolut sauber und glatt sein. Hier muss sehr genau gearbeitet werden, da sonst die neuen Dichtungen nicht dicht halten und gleich wieder Wasser auf den Opti tropft. Dann wäre das Teil bald wieder hinüber. Auch darauf achten, keine Macken in das weiche Alumunium der Wapu zu schlagen. Auch die Schrauben der Wapu müssen allesamt gereinigt werden. Ich würde diese eine Nacht lang in Rostlöser, Verdünnung etc einweichen lassen. Es sind normale Stahlschrauben, da passiert nix. Anschließend noch einspannen und mit der Drahtbürste/Dremel/Bohrmaschine bearbeiten. Denn die Dichtungsrückstände und der Rost an den Schrauben sind auch sehr hartnäckig. Ist das alles getan, kann der Zusammenbau wieder beginnen!

Der neue Optispark passt nur in einer bestimmten Position rein. Schaut es euch an, es ist eigentlich für Blöde. Der Pin in Kurbelgehäuse muss in den rechteckigen Schacht im Opti greifen. Hierzu den Opti einfach ausrichten wie er montiert wird, und die Spindel innen drehen bis es ungefähr passen könnte. Dann das Teil mit leichtem Druck reinpressen. Keine Gewalt anwenden – das Teil ist sehr empfindlich! Wenn es nicht geht, holt ihn lieber noch 7 mal wieder raus und kontrolliert nach. Sitzt er korrekt gibt es ein Plopp von den beiden Simmerringen und er lässt sich leicht drehen. Er liegt aber noch nicht 100%ig auf, 1-2mm fehlen noch, das machen die 3 Schrauben noch weg. Aber wenn da noch 1 cm Spiel ist, ist der Opti noch nicht richtig drin! Wieder nachkontrollieren! Die 3 Schrauben werden mit gerademal 10 Nm befestigt, also handfest genügt! Zusätzlich muss Schraubensicherung auf die letzte Gewindehälfte aufgetragen werden. Dann den langen Stecker wieder oben draufmachen und alle 9 Zündkabel korrekt anschließen. Die beiden Ventilationsschläuche unterm Opti auch festmachen. Der dünne Schlauch, der von dem MAF oben kommt, gehört an den dünnen Metallnippel. Der etwas dickere Schlauch, welcher an den Intake geht, gehört an die schwarze Plastikaufnahme.



Fortsetzung folgt…..

Und weiter gehts mit dem Zusammenbau:

Wir haben nun die schöne Wasserpumpe vor uns und die Dichtflächen allesamt gereinigt - auch am Motorblock.



Die Dichtflächen werden mit Dichtmasse eingeschmiert (Ich empfehle hierzu Dirko HT von Elring), danach kommt das Dichtungspapier und danach nochmals eine Lage Dichtmasse.



Die Masse schön gleichmäßig mit einem Spachtel verteilen, so dass eine dünne Haut entsteht. Die inneren Kanäle von überstehenden Material befreien. Später beim anziehen drückt sich die Masse noch gleichmäßig an den Seiten heraus. Die Dirko HT Dichtmasse hat eine Hautbildung von ca 10 Min. Das heisst, schnell arbeiten und in dieser Zeit die Wapu einsetzen! Ich habe sie von unten montiert und dann oben reingekippt. Sollte klappen, ohne mit den eingeschmierten Dichtflächen irgendwo gegen zu stoßen. Ein zweiter Mann, der von oben schaut ist hierbei sehr hilfreich. Sollte die Wapu nicht auf Anhieb passen, mit einer Spitzzange von unten an der Welle etwas drehen, bis das sie einrastet.

Jedes Loch hat eine eigene Schraube von den 3 Schraubensorten. Ich habe alle nummeriert:



Bitte beachten, dass die Wapu spiegelverkehrt am Boden liegt. Jede Schraube muss so eingesetzt werden und mit 42 NM festgezogen werden. (Beim Einbau unbedingt die beiden Ventilatoren demontiert lassen!). Schraube Nummer 6 muss zusätzlich mit Dichtmittel eingeschmiert werden!



Sitzt die Wapu schön fest, kann man damit beginnen die anderen Bauteile alle wieder anzubringen. Die Reihenfolge ist praktisch zu wählen, um nicht unnötigen Platz zu verschwenden. Schläuche der Wapu, Temperaturgeberstecker, Airpump Bracket, Airpump, Pulley (100NM), Ventilatoren, Riemen, MAF.

Ist alles zusammen, muss das System mit Glysantin G30 befüllt und entlüftet werden. Hierzu den Radiator befüllen und die beiden Bleed-Schrauben öffnen, (Legt Lappen drumherum, aber so, dass die nicht an die Lima kommen!) bis das Zeug daraus kommt. Die Untere schließen und den Motor anmachen. Das Kühlmittel wird im Radiator abgesaugt und wir kippen langsam nach, bis auch die zweite Bleed-Schraube anfängt zu tropfen. Dann Motor aus, Schraube zu und den Coolantbehälter bis zur HOT Markierung befüllen. Das System ist erst nach einigen KM vollkommen entlüftet. Wenn man einige Zeit gefahren ist, nochmals im Stillstand und bei laufendem Motor beide Bleed-Schrauben öffnen und die Luft entweicht. Kühlmittel nachkippen bei Bedarf.

Herzlichen Glückwunsch - der Zündverteiler arbeitet wieder einwandfrei!  :fest:


>>>>>>>>>>>>Träns Äm '97 LT1<<<<<<<<<<<<

andy

Klasse Beschreibung!  :thumb:
Ist aber sehr heftig das man den halben Motor zerlegen muss um an den Zündverteiler zu kommen. Mit Ruhm hat sich GM da nicht gerade bekleckert  :skandal:

PS.. Ich muss mal mit Chef und den anderen Moderatoren beraten ob solche Howto-Leitfäden hier rein können oder ob sowas eher in die Rubrik "die Garage" gehört

FriB

Zitat von: andy in 12. Jan 10, 09:04


PS.. Ich muss mal mit Chef und den anderen Moderatoren beraten ob solche Howto-Leitfäden hier rein können oder ob sowas eher in die Rubrik "die Garage" gehört

eine separate Section mit "how 2s"??

danke für die Anleitung @ Blackrainbow, auch wenn ich hoffe, dass ich sie so schnell nicht brauchen werde :)
A Camaro looks like it will beat you - but a TA looks like it's coming over to do it... :P

Blackrainbow

Kein Problem danke  ;)
Ich hoffe auch nicht, dass irgendwer mal da ran muss. Aber wenn ich sowas machen muss, gibts grundsätzlich ein Howto für alle  :loveit:

>>>>>>>>>>>>Träns Äm '97 LT1<<<<<<<<<<<<

CANNONBALL

Hi

Habe noch eine Frage wegen diesen Bleed-Entlüfterschrauben. Wo befinden sich die genau? Ohne die lässt sich das System ja kaum entlüften udn der Block kocht.


lg Kev