Automatik Schaltverhalten? Evtl ein Shift-Kit verbaut?

Begonnen von Bimbo, 21. Mai 17, 22:42

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Bimbo

Servus nochmal,

jetzt hätte ich da noch etwas mit dem Schaltverhalten meines Camaros. Da er ja wegen der Achse in der Werkstatt war, hab ich da gleich auch eine Automatikspülung mit kompletter Neubefüllung mitmachen lassen, da die ja mit einem Gerät für sowas ausgerüstet sind.
Ebenso wurden die Schaltparameter ausgelesen und überprüft, Meister hatte den Verdacht, dass da etwas verändert wurde. Ist aber nicht, alles ordnungsgemäß. Meister meinte nach Probefahrt, dass er die Gänge manchmal ganz schön reinhaut, was für den Verschleiß ja gut ist, wegen weniger schleifen und es könnte an den Schaltventilen liegen. Aber sonst funktioniert es ja super, meint er.

Mein Vorbesitzer erzählte mir, dieser sei sein 4. Camaro dieser Art gewesen, und keiner vorher hätte so schnell geschaltet wie dieser, der jetzt meiner ist.
Ich habe keinen Vergleich, kann dazu nichts sagen.

Ich beschreib mal, wie er schaltet:

Also bei ganz langsamer Fahrt und sehr leichter Beschleunigung lässt er sich schon etwas Zeit, bis er schaltet, die Schaltvorgänge selbst sind aber immer schnell. Bei stärkerem Beschleunigen lässt er sich nicht Zeit und schaltet zackig. Beim Raufschalten finde ich gar nicht, dass er hart schaltet, das verläuft schon angenehm weich, bei starkem Beschleunigen aber halt doch mit gewissem Ruck bei den riesien Drehzahlsprüngen, die er ja macht...
Eher beim Zurückschalten ist es manchmal härter und es fühlt sich wie ein leichter Schlag an, allerdings gibts den Schlag nur, bei wenig Drehzahl und wenig Gas. Bei viel Gas und höherer Drehzahl, gibts halt einen Ruck und es geht nach vorn, aber keinen Schlag.

Soweit finde ich alles ok, aber eines nervt mich, und zwar das er in gewissen Situationen zu sensibel zurückschaltet. Z. B. auf der Autobahn rolle ich mit 120 km/h dahin, will beschleunigen und gebe etwas Gas. Da wird in den 3. zurückgeschaltet, wenn ich dann etwas mehr Druck machen will, schaltet er ganz unverhofft bei 140 km/h in den 2. zurück, brüllt sich kurz die Seele aus dem dem Leib und schaltet gleich darauf wieder in den 3. Was soll der Scheiß? Das sollte er doch bei diesem Tempo höchstens tun, wenn ich das Gas voll durchtrete. Durchtreten darf ich erst ab Tacho 160, denn soweit geht der 2. bei Vollgas.

Auch vom 2. in den 1. kann sowas vorkommen. Bin z. B. mal einen Einschleifer in die Bundesstraße raufgefahren, beschleunigte leicht bei etwa 40 km/h, sah von hinten LKW mit Kolonne hinter sich kommen, also ja noch vorher rauskommen, mache ich Druck (aber KEIN Vollgas) da knallt er bei ca 60 km/h den 1. rein, schießt los wie von der Tarantel gestochen, und da ich kurz bei dieser Gasstellung bleibe, bin ich Sekunden später im 2. Gang bei 130 km/h und der LKW im Spiegel schon weit hinter mir. Ja lustig, aber so krass wolllte ich doch gar nicht abziehen.

Es ist einfach blöd, daß man die Kraft, die ja im mittleren Drehzahlbereich schon ausreichend da wäre, nicht richtig nutzen kann, weil so sensibel zurückgeschaltet wird.

Die Wandlerüberbrückung läuft so:
Der Lockup geht frühestens bei 70 km/h rein, je nachdem, wie stark man beschleunigt, kann auch erst bei 130 km/h sein. Ist er drin, geht er im 4. Gang (OD) nur zwischen 70 und höchstens 85 km/h wieder raus, fahre ich schneller, und will leicht beschleunigen, geht der Lockup im 4. nicht mehr raus, wenn dann wird gleich in den 3. zurückgeschaltet.

Schaltpunkte sind bei etwa 5700 oder 5750? U/min. 1. Gang Tacho 90, 2. Gang Tacho 160 km/h, 3. Gang bekanntlich bis Ende und 4. dabei irrelevant.

Wie ist denn das bei euren baugleichen Autos mit dem Zurückschalten?


Hab entdeckt, dass es für diese Getriebe sogenannte "Shift-Kits" gibt, die auch schnelleres und wahrscheinliches anderes Ansprechen beim Schalten herbeiführen sollen.
Wenn da so etwas eingebaut sein sollte, kann ich es wohl nicht feststellen.

Als ich mich hier mal vorgestellt hatte, meinte einer, dass wohl einige hier mein Auto kennen könnten. Diesen Navy-blue-blauen '99er Z28 aus Berlin mit den sogenannten "Lackschäden", der ende vorletztes, anfang letztes Jahr länger zum Verkauf stand. Der Wagen lief auch im Dresdener Raum und soweit nachvollziehbar, bin ich bereits der 7. Besitzer.

Falls hier wirklich jemand das Auto kennt, könnte ja vielleicht sogar jemand wissen, ob da evtl. mal so ein Shift-Kit verbaut wurde?

Bimbo

Servus nochmal,

habe leider kein gleiches Vergleichsfahrzeug, bin aber gestern zum Test mit mit der C5 von einem Kumpel gefahren. Soferns für einen Vergleich taugt?

Ist ja wegen Transaxle anders aufgebaut, soll aber laut Bezeichnung ja auch das 4L60E Getriebe sein, daher wollte ich es mit meinem vergleichen.
Hab auch bei meinem die letzten Tage besonders darauf geachtet.

Also die Corvette schaltet auch schnell, aber bedeutend sanfter als mein Camaro, kein hartes Gangeinlegen beim Zurückschalten, auch bei ganz wenig Gas schaltet sie superweich.
Bei Gangwechsel ganz ohne Gas, z. B. nach Anfahren Fuß vom Gas und der 2. geht rein, schön geschmeidig. Wie mir die letzten Tage wieder besonders aufgefallen ist, mag mein Camaro das aber so überhaupt nicht, ohne Last schaltet er ruppig ohne Gefühl, aber auch wiederum nicht immer, temperaturabhängig ist es nicht.

Ebenso schaltet die Corvette nicht so voreilig zurück, wenn man Druck aufs Gaspedal gibt.

Bei der Wandlerüberbrückung ist es dagegen wie auch bei meinem Camaro, Lockup macht im 4. OD-Gang ab gut 80 Km/h nicht mehr auf, wenn dann wird in den 3. zurückgeschaltet.

Dazu ist mir nun noch aufgefallen, daß die Wandlerüberbrückung bei meinem Camaro die letzten Tage nie vor Tacho ~79 km/h aktiv wurde. Sonst war das aber auch oft schon bei 70 km/h der Fall. Scheinbar ist das aus irgendeinem Grund nicht immer gleich.
Da ist mir noch was seltsames auch wieder präsent geworden:
Ich fahre, mit sagen wir 75 km/h, Lockup ist drin, weil ich vorher mal über 79 km/h war... Wenn ich dann leicht Gas gebe, geht bei dem Tempo noch im 4. Gang der Lockup raus, aber dann gleich bei 85 km/h wieder rein, während ich am Beschleunigen bin. Das ist doch auch komisch.

Was sagen denn die Fahrer mit gleichem AT-Getriebe hier?


Ist hier nicht mehr relevant, ich hab auch bei der Corvette die Schalt-Motordrehzahl bei Vollgas ermittelt, waren 6000 U/min und ca. 140 km/h im 2. Gang. Bin ein paarmal richtig draufgetreten und irretiert hat mich dabei, daß es mir so vorkam, als ob mein Camaro trotz weniger Leistung, längerer Übersetzung und mehr Gewicht besser anschiebt, was eigentlich gar nicht sein kann... Aber das wär ein anderes Thema  ;)

ThunderHawk

Also deine beschreibung in allen ehren, normalerweise schaltet der camaro werkseitig ähnlich wie die corvette mit dem 4l60e. das grundmapping ist identisch. weiß ich aus eigener erfahrung.
Drei Möglichkeiten:
A: es ist ein shiftkit oder gar ein überholtes sportgetriebe mit oder ohne aggresiveren wandler drin.
B: die Software wurde mal angepasst und/oder mehr oder weniger gut optimiert. Hierfür kommt es darauf an was der Fahrer anno dazumal wollte? schnelles schalten gegen verschleiß oder hartes schalten weil er den kick im kreuz haben wollte. ich für meinen teil mag es eher sanft und weich im teillast und möglichst sanft bei WOT, was normal nicht geht. Im WOT soll der schaltvorgang schnell und härter sein wegen verschleiß und schleifen der kupplungspakete...
C: Mischung aus A und B

Alles in annahme dass das Getriebe sonst in ordnung ist und kein defekt vorliegt.
Also alles rätselraterei.
Gruß
Pontiac Firebird Formula WS6 clone with Corvette C5 LS6 Engine swap
Highlift HOTCAM Camswap
218/227 .600 .600 112+2lsa

Bimbo

Gut zu wissen, daß er ähnlich der Corvette schalten sollte.

Hatte die Werkstatt ja gebeten, das Getriebe zu spülen (weil ich nichts Genaues weiß über Service der Vergangenheit) und sich das Schaltverhalten anzusehen und die Software diesbezüglich zu überprüfen. Wie schon geschrieben, der Meister hält das Getriebe für i. O., meinte nur, daß er Gänge ganz schön "reinhaut" und es evtl. an Schaltventilen liegen könnte, macht sich aber keine Sorgen darum. Er sagt, nach seiner Erfahrung sei das 4L60E recht robust, wenn man es nicht regelmäßig mit Burnout-Starts und sowas quält. An der Software wäre alles ganz normal, wie es sein sollte.

Rein der Optik nach von unten würde ich sagen, das Getriebe war vermutlich noch nie draußen, wenn doch, wirds schon das originale sein. Ob da mal was anderes eingebaut wurde, kann ich nicht wissen.

Sven

Da wurde auf jeden Fall in der Software herum gespielt.
Ich habe mal die Werte für einen 99er Camaro LS1 bei HPtuners rausgesucht und in den Anhang gepackt.
Die Werte sind alle für den Normal Mode.
Wenn du genau wissen willst was bei dir geändert wurde, kann ich deinen Wagen beim Treffen in Böblingen mitte Juni mal auslesen.

FlorianGee

Zitat von: Bimbo in 31. Mai 17, 11:38
Er sagt, nach seiner Erfahrung sei das 4L60E recht robust, wenn man es nicht regelmäßig mit Burnout-Starts und sowas quält.
Die Meinung ist mindestens in Übersee eine andere, dort wird meist schon bei leichten Modifikationen auf 4L80E umgerüstet.
LSx

ThunderHawk

wenn man das 4l60e normal benutzt ohne heizen und burnouts ist es robust! so meine erfahrung und meinung. ich fahr aber mit v6 4l60e rum und das seit 2013 der v8 reinkam. mittlerweile hat das getriebe über 240tkm runter mit GÖK und ist relativ gut programmiert.
Ist aber eher geschont bei mir und wird auch warm gefahren. Fahren und nutzen mit "Hirn" ist das zauberwort.
Grüße
Pontiac Firebird Formula WS6 clone with Corvette C5 LS6 Engine swap
Highlift HOTCAM Camswap
218/227 .600 .600 112+2lsa